Schluss nach 40 Jahren bis zum Anschlag

OZ/26.07.2018
Von GÜnther Czempiel

OZ-Serie Eggo Schreitling gibt bei den Fußballern des TuS Pewsum das Amt des Teammanagers ab

 Die Ostfriesen-Zeitung stellt jeden Donnerstag einen Sportler der Woche vor. Dieser kann ein besonders erfolgreicher Athlet sein, aber auch ein Trainer oder Betreuer, der wertvolle Arbeit leistet.

Pewsum – Nach 40 Jahren hat Eggo Schreitling einen Schlussstrich gezogen. Er hört als Teammanager bei den Fußballern des TuS Pewsum auf. „Es ist gut gewesen und durch den Umbruch bei uns der richtige Zeitpunkt“, sagt der 62-Jährige, der in den vier Jahrzehnten abseits des Spielfeldes den Boden für sportlichen Erfolg bereitete. „Mit Thorsten Ulferts haben wir den geeigneten Nachfolger gefunden.“

 Ein Konzept, Organisation, die Beschaffung finanzieller Mittel und Gespräche mit Spielern und Trainern waren als Teammanager die Schwerpunkte seiner Arbeit. Die war die Grundlage dafür, dass die erste Herrenmannschaft aus dem 3000 Einwohner zählenden Dorf bis zum Jahr 2000 stolze 17 Jahre lang ununterbrochen in der Bezirksliga spielte und sich zwischen 2005 und 2009 als Niedersachsenligist und Oberligist in ganz Niedersachsen einen Namen machte.

 Das war nicht abzusehen, als Familie Schreitling 1968 von Marienhafe nach Pewsum zog und Sohn Eggo fortan für die Krummhörner kickte. Mit 22 fand seine aktive Fußballer-Laufbahn nach dem zweiten Kreuzbandriss jedoch ein jähes Ende.

 Das Angebot, als Jugendtrainer und im Spielausschuss tätig zu sein, nahm Eggo Schreitling gerne an – und außerdem gleich noch das Management für die erste Herrenmannschaft mit. Da seine Brüder Jürgen und Uwe diesem Team angehörten, war der TuS Pewsum bei Familientreffen ein Dauerthema.

 „Es ist ein zeitintensiver und nervenaufreibender Bereich“, urteilt Schreitling über den Posten des Teammanagers. Weil er darin aufging und vom Vereinsvorstand unterstützt wurde, füllte der Vater von zwei Töchtern die Aufgabe mit Leib und Seele aus: „Der Zeitfaktor spielte keine Rolle. Es war ein Stück Lebensinhalt.“ Ehefrau Heide akzeptierte sein Hobby und unterstützte ihn dabei: Sie organisierte den Kiosk-Betrieb während der Heimspiele und packte auch ansonsten mit an.

 „Für einen so kleinen Ort wie Pewsum war es schon eine Leistung, bis 2000 ununterbrochen der Bezirksliga anzugehören“, sagt Schreitling, der beim Entwässerungsverband Emden arbeitet. Schließlich gehörten zu dieser Zeit auch Vereine aus Wilhelmshaven und der Wesermarsch dieser Spielklasse an.

 Anfang der 2000er Jahre ging der Pewsumer Höhenflug jedoch weiter. „Je höherklassiger wir spielten, desto größer wurden die Anforderungen“, erzählt Schreitling. 2006 erhielten die Krummhörner die Lizenz für die Oberliga – der damals vierthöchsten Spielklasse –, weil sie als Spitzenteam der Niedersachsenliga die Unterlagen eingereicht hatten, schafften als Tabellensechster aber nicht die sportliche Qualifikation. „In dieser Zeit hatten wir viel Erfolg und wurden sogar als Kultverein tituliert“, erinnert sich der scheidende Teammanager.

 Bei der Sponsorensuche gelang es, 50 Werbepartner ins Boot zu holen. „Wir sind froh über jeden, der uns unterstützt“, sagt Schreitling. Das Motto: „Auch ganz viele Kleine ergeben etwas Großes.“

 Jetzt kicken die Fußballer wieder in der Bezirksliga. Und für Schreitling ist der richtige Zeitpunkt da, sich „nach 40 Jahren bis zum Anschlag“ aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Als Vorsitzender des Fördervereins bleibt er aber weiterhin für den TuS aktiv.

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